Wo Rohre im Haus zuerst auskühlen
Gefährdet sind Leitungen, die an kalten Flächen oder in ungeheizter Luft verlaufen. Dazu zählen Rohre in Außenwänden, unter dem Dach, in der Garage und im Kriechkeller. Auch ein Heizraum in einem Anbau oder Nebengebäude kühlt aus, wenn Tür oder Fenster nicht dicht sitzen. Gehen Sie das Haus einmal in Gedanken durch und markieren Sie die Stellen, an denen Rohre sichtbar liegen.
Dämmung, Türen und Zugluft im Griff
Eine Rohrdämmung bremst den Wärmeverlust, sie erzeugt aber keine Wärme. Sie hilft darum nur, wo die Umgebung nicht dauerhaft deutlich unter null liegt. Dämmschalen aus dem Baumarkt lassen sich an freiliegenden Wasserleitungen von Hand anbringen, Fugen und Bögen sollten dabei geschlossen sein. An Heizungsrohren im Heizraum sitzt die Dämmung meist schon.
Offene Innentüren tragen mehr bei, als viele denken. Der Luftaustausch mit den beheizten Zimmern hält Bad, Hauswirtschaftsraum und Flur mit Steigleitungen über der Gefahrengrenze. Schließen Sie solche Türen nicht ab, auch wenn der Raum selten benutzt wird. Kellerfenster, Dachbodenluken und Lüftungsklappen bleiben dagegen zu, weil Durchzug die Kälte direkt an die Rohre trägt.
Zugluft kommt durch kleine Öffnungen. Eine undichte Kellertür, ein gekipptes Fenster im Technikraum oder ein Spalt an der Rohrdurchführung genügen. Gehen Sie mit der Hand an die Fugen und achten Sie auf spürbaren Zug. Gedämmte Durchführungen und dichte Fenster gehören zu den Maßnahmen, die Sie selbst übernehmen können, ohne an die Heizung zu gehen.
Was Sie selbst tun und was dem Fachbetrieb gehört
Selbst übernehmen dürfen Sie Thermostate einstellen, Räume offen halten, Dämmschalen anbringen und Außenfenster prüfen. Am Frostschutz der Anlage ändern Sie nichts. Wie der Regler bei Kälte arbeitet, steht beim Frostschutzbetrieb der Heizung. Dort wird deutlich, warum ein Abschalten der Heizung mehr schadet, als es nützt, und was die Regelung von sich aus unternimmt, wenn die Außentemperatur sinkt.
Am Heizkreis arbeitet nur die Fachkraft. Eingriffe dort verändern Druck, Wasserqualität und Funktion der Anlage, auch wenn sie harmlos aussehen. Außenleitungen vor dem Winter abzusperren gehört ebenfalls in Fachhände, sobald Armaturen im Spiel sind, die Sie nicht kennen. Lassen Sie sich von der Fachkraft zeigen, wo die Absperrungen sitzen, dann wissen Sie im Notfall, wohin Sie die Fachleute am Telefon lenken.

Vorsorge vor der nächsten Kältewelle
- Ein Rundgang im Herbst genügt.
- Prüfen Sie Dämmung, Fenster, Türen und Durchführungen, solange es draußen mild ist. Notieren Sie, welche Stränge kaum benutzt werden, und lassen Sie dort gelegentlich Wasser laufen. Ein Wartungstermin für die Heizung ergänzt den Rundgang, weil Regelung, Pumpe und Druck dann einmal im Zusammenhang angesehen werden.
- Bei längerer Abwesenheit gelten besondere Regeln, denn dann fehlt jemand, der Veränderungen bemerkt. Wie Sie die Heizung für ein leeres Haus einstellen, steht in Haus im Winter länger leer. Bitten Sie außerdem eine vertraute Person aus Familie oder Bekanntenkreis, gelegentlich ins Haus zu sehen, ob Wärme, Türen und Fenster in Ordnung sind.
- Hofstellen brauchen mehr Aufmerksamkeit, weil die Wege zwischen Wohnhaus und Technik länger sind.
- Legen Sie einen Zettel mit der Lage von Heizraum, Absperrungen und Notschalter an einen festen Platz im Wohnhaus. In einer Störung finden dann auch Familienmitglieder und Helfer sofort, was zu sehen ist, ohne zu raten, und können Ihnen bei der Schilderung der Lage zur Seite stehen.
Vorsorge im Überblick
- Rohre in Anbauten, Garage, Dach und Außenwand als gefährdet einstufen.
- Innentüren zu Bad, Keller und Flur mit Leitungen offen lassen.
- Kellerfenster, Luken und Lüftungsklappen geschlossen halten, Zugluft an Fugen prüfen.
- Am Heizkreis selbst nichts verändern, das bleibt dem Fachbetrieb vorbehalten.
- Zeigt eine Leitung Reif oder Eis, nichts auftauen und anrufen.
